Der Degu

Allgemein

Aguti

Degus (lat. Octodon degus) gehören zu den Nagetieren.

Sie gehören zur Gattung der Strauchratten und somit zur Familie der Trugratten.

Das Herkunftsgebiet eines wild lebenden Degus ist Südamerika / Chile (in den chilenischen Anden).

Degus leben in selbst angelegten unterirdischen Tunnelsystemen. Dadurch werden sie auch hin und wieder als Strauchratten bezeichnet. Die Bauten dienen den Degus in der Nacht als sichere Rückzugsmöglichkeit.

Der Degubau selbst wird von jeweils einer Degugruppe bewohnt, die sich in einem erweiterten Gebiet mit mehreren Bauten zu Familienverbänden von bis zu 200 Degus als Kolonie zusammen schließen. Degus genießen aufgrund ihrer Herkunft an Teilen des Tages die Wärme der Sonne. Allerdings darf der Degukäfig niemals komplett in der Sonne stehen oder sich unter Sonneneinstrahlung übermäßig aufheizen.

In der Heimtierhaltung gibt es durch verschiedene Zuchten nicht nur die Farbe Braun ( Aguti).

Sondern die Farben Blau, Sandfarben und verschienene Scheckenarten.Diese verschiedenen Farben berreichern die Welt der Degus.  

Anatomie und Sinne

Das rattenähnliche Aussehen erschreckt viele Menschen, obwohl beim genaueren Hinsehen viele Unterschiede beim Degu auszumachen sind.

Die Hinterbeine des Degu sind deutlich länger als die Vorderbeine und werden für kräftige Sprünge benutzt.

Am hinteren Ende des Deguschwanz gibt es eine kleine Haarquaste. Diese dient zur Ausbalancierung in schwierigen Lagen. Degus werden ca. 15 bis 20 cm groß und haben eine zusätzliche Schwanzlänge von ca. 12 cm. Ausgewachsene Degus wiegen zwischen 180- 320g.

Der Degu hat einen ausgeprägten Hörsinn. Er kann mit seinen grossen beweglichen Ohrmuscheln Töne bis 100kHz (Mensch ca. 16kHz) wahrnehmen.

Das Farbsehvermögen beschränkt sich bei Degus auf Rot und Gelbtöne.

Mit ihren langen Tastharren um die Nase nehmen Degus selbst ganz feine Luftbewegungen wahr. In Röhren dienen sie dem Nager dazu, die Wandbegrenzungen zu orten und sicher durch die Dunkelheit zu flitzen. Mit Hilfe des sehr gut ausgeprägten Geruchsinns werden andere Degus als famillienzugehörig oder unerwünscht eingeteilt.

Pärchen oder Grossfamilie

Eine Gruppe von drei bis vier Degus eignet sich ideal für Deguneulinge. Grundsätzlich ist auch die Haltung von nur zwei Tieren möglich. Das possierliche Sozialverhalten kommt jedoch meist in einer grösseren Gruppse besser zur Geltung.

Eine Einzelhaltung von Degus ist nicht artgerecht undführt zu einem seelischen Ungleichgewicht und Kurzlebigkeit!

Bitte berücksichtigen Sie, dass Degus Rudeltiere sind. Sie wohnen in freier Wildbahn in großen Familienverbänden zusammen, die miteinander eine riesige Kolonie bilden. Degus sollten aus diesem Grund mindestens zu dritt gehalten werden. So ist ein Tier auch dann nicht alleine, wenn seinem Partner plötzlich etwas zustößt. Außerdem ist die Beobachtung des Sozialverhaltens auch für die menschliche Seele nicht zu ersetzen und ein Genuss. Schmusen, Putzen, Spielen - wir beobachten gerne, wie sich Tiere in der Gruppe vollkommen unbefangen verhalten und gar nicht auf den Menschen achten (sofern der weit genug weg ist).

Degus können durch die Einzelhaltung gesundheitliche Probleme bekommen, da das Immunsystem zu einem nicht unwesentlichen Teil von der seelsichen Verfasung abhängig ist.Die Verhaltensstörungen im Sozialbereich werden vor allem erst dann sichtbar, wenn Sie eine späte Vergesellschaftung durchführen möchten. Degus die lange einzeln gehalten wurden haben verlernt, wie man mit anderen Degus umgeht. Sie sind im ersten Moment keine Eindringlinge in ihr Revier mehr gewöhnt und wollen den "Rivalen" erst einmal entsprechend vertreiben. Sie sind deutlich schwieriger davon zu überzeugen, dass ein Artgenosse ihnen gut tut und ihren Alltag entspannt. 

Weibchen oder Männchen

 

1 Beim Männchen ist der After ca. einen Zentimeter vom längeren Geschlechtszapfen entfernt. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

 

 

 

 

2 Gut zu sehen ist beim Weibchen der geringe Abstand After- Geschlechtszapfen. Dazwischen liegt die meist nicht erkennbare Scheidenöffnung. 

Behausung

Als Grundfläche des Käfiges empfehlen wir Ihnen, eine Grösse von midestens einem halben Quadratmeter einzuplanen.

Unabhängig von der Innenausstattung des Deguheimes, sollte die Voliere eine Höhe von 1.40 Meter haben. Eine Gruppe von drei bis vier Degus lässt sich unter solchen Voraussetzungen gut unterbringen.

Wichtig ist es, auf die Materialien des Deguheims zu achten, denn die Tiere sind extreme Nager. Vor ihren Schneidezähnen ist bis auf Glas, Stein, Metall kein Material sicher.

Neben der Grösse sollte bei der Auswahl darauf geachtet werden, dass Reinigungsarbeiten leicht durchzuführen und die Tiere gut zu beobachten sind.

 

Innenausstattung

Nun stehen Sie vor der schönsten Aufgaben, bevor die kleinen Racker ihr neues Heim in ihrer Wohnung beziehen können: Planung und Bau einer abwechslungsreicher Inneneinrichtung:

1 Unterschlupf

Aus Steinen, Karton- Korkröhren, und Wurzeln können natürliche Höhlen gebaut werden. Fertige Holzhäuschen oder Holzröhren eignen sich ebenfalls gut als Rückzugsmöglichkeit.

2 Heu und Strohraufe:

Selbst dann wenn grössere Mengen Heu und Stroh vom Vortag noch in einer Ecke lagern, bevorzugen die Fellnasen oft frisches Heu und Stroh. Diese Ration wird am besten in einem abgetrennten Ort gelagert.    

3 Sandbad

Körperpflege betreiben Degus nicht mit Wasser, sondern in Form von Sandbädern. Es gibt für diesen Zweck regelrechte kleine „ Badezimmer“ mit verglasten Scheiben es genügt aber auch, wenn Sie eine Schale aus Glas oder Keramik mit feinem Chinchilasand befüllen. Dies ist eine wahre Freude zu beobachten.

4 Laufrad

Unserer Sicht nach darf ein Laufrad im Degukäfig keinenfalls fehlen.Vor allem junge Degus besitzen nämlich einen enormen Bewegungsdrang und brauchen das tägliche körperliche Training, um gesund und fit zu bleiben. Achten Sie beim Kauf des Laufrades auf einen Durchmesser von mindestens 30 Zentimetern.

5 Mobiliar aus Holz

Aus harten Wurzeln, dicken Astabschnitten oder Korkrinde lassen sich Sitzgelegenheiten oder natürliche Etagen gestalten. 

- Futter und Wasserschale
- Heu und Stroh-Ecke
- Haus und Röhre zum Verstecken
- Aufgänge ins Obergeschoss
- Sandbad
- Laufrad
- Verschiedene Versteckmöglichkeiten und Ebene

Abwechslungsreiche Ernährung

Die Ernährung von Degus sollte vielseitig und abwechslungsreich sein. Täglich frisches Heu und Stroh sowie getrocknete Kräuter, Gräser, Gemüse und Salat dürfen auf dem Menüplan des Degus nicht fehlen.

Im Handel gibt es verschiedene Fertigmischungen die selbst ergänzt oder bereichert werden können.

Dringend zu beachten ist, dass die Degus Zuckerfreie-Produkte erhalten. Da Sie sonst an Diabetes erkranken. Somit dürfen die kleinen Nager auch keine Früchte etc. erhalten.

Auch ein Leckerchen sollte nicht fehlen. Dies kann ein Erdnüsschen, blatte Erbsenflocken, Ackerbohnen, Kolbenhirse oder Sonnenblumenkerne sein. Alles in seinem Masse.